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  • Aus Indien zur Ausbildung nach Balve: Junge Frauen werden Pflegefachkraft

    Die jungen Frauen aus Indien machen in Balve eine Ausbildung zur Pflegefachfrau (von links): San Marya Elias, Namitha Rose Biju und Aleena Roy.

    Annett Albach
    Balve. 

    Es ist ein Schritt, vor dem man den Hut zieht. Von Indien aus machten sich acht junge Frauen auf nach Deutschland, um beim ambulanten Pflegedienst MobiDoc eine Ausbildung zur Pflegefachfrau zu starten. Drei von ihnen absolvieren ihren praktischen Teil am Standort Balve. Die Westfalenpost hat mit ihnen über ihren Aufenthalt weit weg von zu Hause gesprochen.

    In Meschede-Freienohl – einem anderen Standort von MobiDoc – fanden die acht jungen Inderinnen ein neues Zuhause. Alle zusammen wohnen dort in einer Wohngemeinschaft, besuchen die DRK-Pflegefachschule in Meschede, mit der MobiDoc eine enge Kooperation pflegt, und machen sich von dort aus auf den Weg nach Balve zum praktischen Teil ihrer Ausbildung.

    Eine Ausbildung in Indien ist sehr teuer und es „ist in Indien sehr populär, eine Ausbildung in Deutschland zu machen“. Die Möglichkeiten sind größer. Nachdem der Deutschabschluss geschafft war, wurde der Kontakt zwischen den jungen Frauen und MobiDoc über eine indische Agentur, die auf Jobvermittlungen in Deutschland spezialisiert ist, organisiert.

    Zu Hause, im indischen Bundesstaat Kerala, haben sie Deutsch gelernt und am Goethe-Institut den Abschluss B2 erlangt. Deshalb kann das Gespräch auch auf Deutsch stattfinden, gelegentlich hilft auch Englisch, wenn die richtigen Worte nicht einfallen wollen. Die Sprache sei ohnehin das Schwierigste bei ihrem Start in Deutschland gewesen, erzählen die 20-jährige San Mariya Elias, die 19-jährige Namitha Rose Biju und die 21-jährige Aleena Roy: „Es ist eine schwere Sprache.“

    MobiDoc-Geschäftsführer Dr. Ahmet Özkapi: „Auch im Pflegebereich spüren wir vermehrt die Personalnot. Deshalb sind wir neue Wege gegangen und haben Kontakt nach Indien aufgenommen.“ Dr. Özkapi war es auch, mit dem die jungen Frauen ein digitales Vorstellungsgespräch geführt haben. Danach stand für beide Seiten fest: Das passt, und die jungen Frauen machten sich im Oktober des vergangenen Jahres auf den Weg nach Deutschland.

    In Deutschland sind sie für sich selbst verantwortlich und werden schneller selbstständig als zu Hause. In Indien sind die Eltern intensiver in das Leben junger Frauen involviert, berichten sie. Inzwischen aber sind die Eltern mächtig stolz auf ihre Töchter, die ihren Weg gehen.

    Begeistert erzählen die drei davon, dass sie zum ersten Mal Schnee kennengelernt haben. Bei einem Ausflug nach Winterberg hatten sie viel Spaß damit. Und außer nach Winterberg ging es auch schon nach Köln, Münster und Paris.

    Um die Integration zu fördern, nehmen die Frauen am gesellschaftlichen Leben teil. Sie besuchen Sportvereine und – wie sollte es im Sauerland anders sein – auch Schützenfeste. „Wo sonst kann man die Mentalität hier besser kennenlernen?“, begründet Dr. Özkapi.

    Auch im Unternehmen gibt es eine Integrationsbeauftragte, die explizit als Ansprechpartnerin für die Inderinnen zur Verfügung steht. Und auch Silke Kienhues, MobiDoc-Pflegedienstleiterin, freut sich über den Einsatz der jungen Frauen: „Sie sind freundlich, aufgeschlossen, engagiert und sehr wissbegierig.“

    Und auch wenn es schwierig ist, so ohne Familie und Freunde, weit weg von der Heimat, alle drei fühlen sich in Deutschland wohl. Ihre strahlenden Gesichter bestätigen das, als sie von all dem Schönen hier erzählen. „Alle sind sehr nett zu uns, die Kultur hier gefällt uns“, sagt Aleena Roy. Die anderen nicken zustimmend. Viel besser als zu Hause in Indien ist das Brot. „Bei uns gibt es nur weißes Mehl, hier schmeckt das Brot besser“, erzählt Namitha Rose Biju.

    Die Entscheidung für den Pflegeberuf haben sie getroffen, weil ihnen die Arbeit mit Menschen gefällt. Bereits nach kurzer Zeit haben sie viel Respekt erfahren, wenn sie mit den Mitarbeiterinnen von MobiDoc im Balver Gesundheitscampus die Kundinnen und Kunden besuchen. Und auch wenn gelegentlich ein bisschen Heimweh aufkommt, sind sich alle drei einig: „Das war die beste Entscheidung!“ Und vorerst möchten sie hierbleiben und nach der Ausbildung auch in Deutschland arbeiten.

  • Wir gratulieren den Kursen 22/25 A + B zum bestandenen Examen

    Im September 2025 haben 21 Schüler und Schülerinnen ihre Prüfungen am DRK Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe Pflegeschule für Meschede-Schmallenberg abgelegt.
    Wir entlassen die examinierten Pflegefachkräfte aus der Schule in ihre berufliche Zukunft und wünschen ihnen alles erdenklich Gute!